Zeitzeuge Ernst Grube an der Mittelschule Finsing - Eine Reise in ein Dunkles Kapitel der Geschichte

Am Dienstag, den 22. Juli 2014 durfte die Mittelschule Finsing im Rahmen der Woche des Respekts einen Ehrengast bei sich begrüßen. Ernst Grube, Zeitzeuge aus der NS-Zeit, nahm sich Zeit für die 8. Klassen, um von seinen Kindheitserfahrungen zu erzählen. Er nahm seine Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine Reise in die Vergangenheit unter den Nationalsozialisten. Diese Zeit erschien für die Schülerinnen und Schüler einerseits so weit entfernt und doch stand in Person von Herrn Grube ein Mann vor ihnen, der dieses Stück Geschichte hautnah miterlebt hat und davon leibhaftig berichten kann.

Herr Rettig, Rektor der Mittelschule Finsing, machte, nach einer herzlichen Begrüßung des Gastes, den Schülern eingangs deutlich, dass kein Schulbuch und kein Lehrervortrag mit dem direkten Gespräch mit einem Zeitzeugen mithalten könne und dies daher einen ganz besonderen und eindrucksvollen Wert für die Schüler habe.

Ernst Grube, heute 81 Jahre alt, erzählte in chronologischer Reihenfolge von seiner Kindheit in München, in der er nur kurz wirklich Kind sein durfte und von seinen Eltern, einer jüdischen Mutter und einem nichtjüdischen Vater. Eben seinem Vater war es zu verdanken, dass die Familie letztendlich wohl diese schreckliche Zeit überlebte, da er sich trotz des Druckes nicht von seiner jüdischen Frau scheiden ließ. Grube berichtete mit bewegter Stimme von einer Zeit, die geprägt war von Angst und Ungewissheit über die eigene Zukunft und die seiner Familie. Er erzählte, wie er in frühester Kindheit in ein Kinderheim gebracht wurde, da die Familie ihre Wohnung verloren hatte. Die Mutter kam mit ihren drei Kindern schließlich nach Milbertshofen, wo sich ein Sammellager für die weitere Deportation der jüdischen Menschen befand. Im Anschluss daran wurden sie, als das KZ Auschwitz bereits befreit war, doch noch unter Todesangst ins KZ Theresienstadt deportiert. Dieser Hintergrund lockte auch einige der bereits verabschiedeten Neuntklässler an die Finsinger Mittelschule, da diese auf ihrer Abschlussfahrt nach Prag eben dieses KZ besucht hatten. Grubes Familie überlebte zum Glück und wurde am 8. Mai 1945 von der Roten Armee befreit. Alle seine Tanten, Onkel und Cousinen wurden in anderen Lagern umgebracht. Ernst Grube selbst erlangte langsam wieder neue Lebenshoffnung und hegte den großen Wunsch, seine verloren gegangene Kindheit nachzuholen. Schule, Vereine und viele freundschaftliche Kontakte blieben ihm verwehrt, was für uns heute selbstverständlich erscheint. Die anschauliche Schilderung seiner Lebensstationen, immer wieder illustriert mit Folienbildern, beeindruckte die Schüler tief. Herr Grube verstand es, durch seine schülernahe Art, einen Bezug zu seiner Zuhörerschaft herzustellen und das Eis zum Schmelzen zu bringen. „Ungscheide Fragen“ gäbe es nicht und auch die teils sehr persönlichen Fragen gehörten eben dazu, versicherte Herr Grube und gab den interessierten Schülern so den Mut, aufzutauen und bezüglich ihrer Fragestellungen offener zu werden. Diese wiederum wussten die Beantwortung jeder einzelner dieser Fragen sehr zu schätzen. Über zwei volle Stunden hörten die Achtklässler konzentriert zu, ohne unruhig zu werden – selbst der Pausengong wurde großzügig überhört. Ernst Grube schaffte es, die Schüler mit seiner ruhigen und sachlichen Art in seinen Bann zu ziehen, wenngleich er die Schüler auch davon überzeugte, dass selbst die „stärkste Fantasie die Vergangenheit von damals nicht einholen“ könne. Auf die Frage, was er den Schülern auf ihren weiteren Lebensweg denn mitgeben könne, antwortete er schlicht mit „Nichts.“ Er erklärte, dass er mit seinem Vortrag am meisten erreicht habe, wenn die Schüler im Nachhinein über das Gehörte nachdenken oder untereinander darüber redeten. Die darauf folgende nachdenkliche Stille sprach für sich. Diese Antwort imponierte wahrlich allen Zuhörern.

So endete ein beeindruckender Vormittag für die 8. Klassen, an dem das Thema Respekt einen großen Schritt in den Vordergrund rückte und an dem den Schülern wertvolle Eindrücke vermittelt wurden, um selbst vor Verhaltensweisen wie Ausgrenzung und Gewalt Abstand zu nehmen.

 

 

Weihnachtsfeier/ Basteltag

Die Klasse 8b veranstaltete am letzten Schultag vor den Ferien ihre interne Weihnachtsfeier.

Nach einem gemeinsamen Frühstück begaben sich die Schülerinnen und Schüler in die Aula zum gemeinsamen Weihnachtssingen der Grund- und Mittelschule und ließen sich von der freudigen Stimmung anstecken. Nach der musikalischen Einstimmung wurde „gewichtelt“. Jeder Schüler brachte ein Geschenk mit, welches mit einer Nummer versehen und danach verlost wurde. Bei einer lustigen Variante des Wichtelns beteiligten sich auch einige Schüler. Beim Auspacken der Geschenke des „Schrottwichtelns“ erlebte so mancher eine lustige Überraschung. Aber man weiß ja nie: Vielleicht entdeckt der ein oder andere „beschrottwichtelte“ Schüler in den Ferien doch noch seine große Liebe zum Diddlkniffel oder anderen Gegenständen, für die die Mitschüler scheinbar keine Verwendung mehr sahen.

Nach der Pause bastelten die 8t-Klässler Weihnachtskarten für ihre Lieben zu Hause und entwickelten dabei einige sehr kreative Ideen, die sie in die Tat umsetzten, ehe sich alle in die wohlverdienten Ferien verabschiedeten.

 

Den 8ten Klassen stinkt's - oder auch nicht

- Betriebserkundung im Klärwerk Finsing -

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