Filmprojekt der Klasse 2a der Grundschule Finsing

„Die drei Schnüffelfüchse“

Drehbuch: Klasse 2a, Stefan Donaubauer, Bianca Ziegler

Regie: Stefan Donaubauer

Eine juno film Produktion

Im Rahmen des HSU-Unterrichts zum Thema Medien ergab sich für uns die tolle Gelegenheit, hinter die Kulissen des Filmemachens zu blicken und unseren eigenen Film zu drehen.

„Eines scheint klar: man kann Medienkompetenz im Allgemeinen, Fernsehen und Film im Speziellen, auch sehr gut aus Büchern "heraus" lernen und dazu einige Dinge anschaulich an einer Kamera und einem Monitor erklären. Aber spannender wäre natürlich, wenn die Kinder ihren eigenen Film machen.“ Mit dieser Aussage gab Stefan Donaubauer (Papa einer Mitschülerin) sozusagen den Startschuss für unser Projekt…

Aber bevor wir richtig loslegen konnten, stimmten wir uns erst einmal auf das Thema Film und Fernsehen ein. Zunächst haben wir unsere Eltern und Großeltern interviewt, um herauszufinden, welche Unterschiede es zwischen dem Fernsehen früher und dem Fernsehen, wie wir es heute kennen, bestehen. Dabei sind wir auf viele Vor- und Nachteile gestoßen, die die Veränderungen mit sich brachten. Am meisten hat uns die geringe Anzahl der Sender und Kindersendungen erstaunt. Für uns kaum mehr vorstellbar…Allerdings wurde uns auch schnell klar, dass dies unter anderem den Vorteil hatte, dass man mehr miteinander unternommen hat und öfter selbst kreativ geworden ist.

Danach haben wir uns über unsere Lieblingsserien und Lieblingsfilme ausgetauscht. Welche Sendungen mag ich besonders gerne, welche gefallen mir überhaupt nicht und woran liegt das eigentlich?

Auch unser eigenes Fernsehverhalten haben wir reflektiert und überlegt: Kann und will ich es so beibehalten oder ist es sinnvoll, etwas daran zu ändern?

Am Beispiel von „Vorstadtkrokodile 3“ haben wir verschiedene Berufe beim Fernsehen kennengelernt und waren erstaunt, wie viele Menschen nicht nur während, sondern auch vor und nach den Dreharbeiten an einem Film arbeiten.

 

 

Kameratechnik und die Tricks der Filmemacher

Am Mittwoch war es dann endlich soweit. Stefan Donaubauer, Papa einer Mitschülerin und waschechter Filmemacher kam mit Josef, einem waschechten Kameramann, und vier unterschiedlichen Kameras. Ihre Mission: uns die Kameratechnik anschaulich näher bringen und ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, was die Tricks beim Filmemachen betrifft. Dabei haben wir unter anderem anschaulich gelernt, welche Rolle die Kameraperspektive im Film spielt und welche Wirkung sie auf uns hat. Wir durften es sogar selbst ausprobieren. Außerdem haben wir die Actionkamera in eine Vase voll Wasser getaucht und so gleichzeitig vorne auf dem Whiteboard gesehen, aus welcher Perspektive zum Beispiel ein Goldfisch im Glas die Welt sieht. Josef hat für uns dann noch die Drohne steigen lassen, so dass wir danach die Aula und uns allesamt aus der Vogelperspektive betrachten konnten.

Am Schluss durften wir erleben, wie sehr Fernsehen uns in den Bann zieht. Wir haben Pumuckl angeschaut und wurden dabei gefilmt. Als wir uns selbst anschließend beim Fernsehen sehen konnten, war an unserer Mimik ganz klar zu erkennen, dass wir die Kamera und den Rest um uns herum sehr schnell vergessen haben. Dass man beim Film schauen oft das Gefühl hat, man wäre selbst betroffen, mit dem Helden mitleidet und sich mit ihm freut war uns schon bewusst, aber jetzt kennen wir einige Tricks der Filmemacher und wissen auch, warum das so ist. Mission erfüllt.

 

Was macht eine gute Geschichte eigentlich aus?

Um uns nun als kleine Drehbuchautoren zu versuchen und uns eine eigene gute Geschichte für unseren Film ausdenken zu können, haben Stefan und Frau Ziegler uns nahe gebracht, woran es liegt, dass wir eine Geschichte gut finden oder eben nicht. Wir haben über den Aufbau von Geschichten, über Helden und Gegner, deren Eigenschaften und die damit verbundene Wirkung auf uns etwas gelernt. Das haben wir anschließend gleich an verschiedenen Beispielen überprüft (Bibi und Tina, Ostwind, Shaun das Schaf, Jim Knopf…) und es traf tatsächlich auf alle zu. Am deutlichsten wurde es, als wir „Die Geschichte vom bösen Hänsel, der bösen Gretel und der Hexe“ von Paul Maar gehört haben. Bei ihm hat die Hexe die guten Eigenschaften und wir haben uns tatsächlich auf ihre Seite geschlagen, sie als Heldin der Geschichte erlebt und wurden etwas wütend auf die beiden ungezogenen Kinder, die ihr Haus zerstört und sie beraubt hatten.

 

 

An die Arbeit! Unsere Geschichte entsteht…

Als fest stand, dass unsere Geschichte für unseren Film eine Detektivgeschichte sein soll, haben wir uns in Gruppen zusammengefunden. Jede Gruppe hat sich eine Detektivgeschichte ausgedacht, Stichpunkte dazu aufgeschrieben und die Geschichte anschließend mündlich präsentiert.

Stefan hat dann mit uns zusammen begonnen, die eigentliche Geschichte für den Film erzählend zu entwickeln. Wir haben versucht, von allen entstandenen Gruppengeschichten Elemente mit einzuarbeiten. Am nächsten Tag haben wir gemeinsam mit Frau Ziegler die Handlung weitergesponnen und das Werk vollendet. Heraus kamen 6 Seiten am Computer.    

 

 

Tadaaaa, das Drehbuch ist da!       

Stefan hat übers Wochenende aus unserer 6-seitigen Geschichte ein 17-seitiges Drehbuch gezaubert, das er uns mit Frau Ziegler am Montag vorgestellt hat. Wir waren mächtig stolz und wer wollte, durfte sich gleich ein bisschen an verschiedenen Szenen schaupielerisch ausprobieren. Später wurde dann festgelegt, wer welche Rolle übernimmt und wer Requisiteur/in, Kostümbildner/in und Maskenbildner/in sein möchte. Und jetzt hieß es üben, üben und nochmal üben. Denn bis zum Drehtag waren es gerade mal noch 3 Tage – und 3 schlaflose Nächte für Frau Ziegler ;)

Am Dienstag probte Stefan mit den Schauspielern nach anfänglichen, bis heute unvergessenen Aufwärmübungen die verschiedenen Szenen. Alle waren hoch motiviert und bereits jetzt erstaunlich textsicher.

Auch die Verantwortlichen für Requisite, Kostüm und Maske hatten an diesem Tag noch viel Arbeit vor sich. Für sie hieß es nun: Szene für Szene durchgehen und herausarbeiten, welche Requisiten dafür benötigt werden, wie die verschiedenen Charaktere aussehen, sich kleiden usw.

Am Mittwoch standen noch einmal Proben mit Frau Ziegler auf dem Programm. Und wir konnten alle aufatmen. Alle benötigten Requisiten und Kostüme waren tatsächlich vorhanden. Unseren Text beherrschten wir bereits jetzt so gut, dass wir eigentlich schon drehbereit gewesen wären.

 

 

„Und…bitte!“ - Der lang ersehnte Drehtag

Am Drehtag war die Aufregung groß, als Stefan mit seinem Team eintraf. Tommi und Josef an der Kamera, Daniela mit dem Ton und – nicht zu vergessen, weil nicht zu übersehen – zwei große Scheinwerfer. Frau Ziegler war sich sicher, das würde uns einschüchtern und wir bräuchten erst einmal etwas Zeit, um aufzutauen. Weit gefehlt! Das Team war uns sofort sympathisch und wir haben uns auf Stefan, unseren Regisseur konzentriert und wie die Profis losgelegt.   

Requisiteure, Kostüm- und Maskenbildner erledigten zuverlässig ihre Vorbereitungen für die jeweilig nachfolgende Szene, während die Schauspieler mit dem Team drehten.   

Begonnen haben wir unseren Drehtag im Schülercafé, das wir in ein Juweliergeschäft verwandelt haben. Weiter ging es dann in der Mensa, aus der die Requisite unser  „Café zum leckeren Kaiserschmarrn“ machte. Auch vor dem Büro von Frau Hüttemann machten wir nicht Halt. Die heiligen Hallen mussten als Büro des Juweliergeschäftes herhalten. Danach ging es zum Baumhaus einer Mitschülerin, in dem wir die nächste Szene drehten. Die letzte Szene beim Feld gegenüber der Schule verlangte uns dann einiges ab. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits 5 Stunden Dreh hinter uns. Es regnete leicht und wurde kälter. Aber wir waren immer noch motiviert und haben wie die Profis bis zum Schluss durchgehalten.

 

Unser Film: „Die drei Schnüffelfüchse“

Und dafür wurden wir reichlich belohnt. Nachdem Stefan das Rohmaterial im Schnittraum mit einem Cutter bearbeitet hatte, brachte er uns unseren fertigen Film. Wir sind regelrecht ausgeflippt vor Freude, als wir das Ergebnis gesehen haben. Jetzt freuen wir uns auf den Premiereabend, an dem unsere Eltern und Geschwister endlich unser Werk bewundern können.

 

Danke!

Wir haben hautnah erleben dürfen, wie viel Spaß das Filmemachen bringt. Aber auch, dass es großen Aufwand, viel Arbeit und Disziplin erfordert. So etwas gemeinsam geschafft zu haben war ein großer Gewinn für die Klassengemeinschaft. Denn: Einen Film machen ist Teamarbeit. Wir haben alle an einem Strang gezogen. Auch unsere Eltern haben uns auf unterschiedliche Weise tatkräftig unterstützt. Also vielen Dank noch einmal an alle, die das für uns möglich gemacht haben, vor allem an Stefan mit Team, ohne dessen große Einsatzbereitschaft dies alles nicht möglich gewesen wäre.

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